Breitband Gießen GmbH informierte über Glasfaserausbau im Landkreis
Im Rahmen einer Zusammenkunft von Verantwortlichen kommunaler Bau- und Ordnungsämter informierte die Breitband Gießen GmbH auf Einladung der Stadt Pohlheim in der hiesigen Volkshalle über den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus im Landkreis Gießen.
Geschäftsführer Stefan Becker gab umfassende Erläuterungen zu den Rahmenbedingungen und den derzeitigen Herausforderungen. „Die Anschlussquote lässt noch zu wünschen übrig“, sagte er und hatte dazu Zahlen von Ende Juni 2025 aus einer Marktanalyse des Bundesverbands Breitbandkommunikation parat. Demnach waren zu diesem Zeitpunkt 27,3 Prozent der Haushalte, Unternehmen und Behörden in Deutschland an das Glasfasernetz angeschlossen (Hessen: 36 Prozent).
Die Glasfaser-Ausbauquote lag im bundesweiten Schnitt bei 52,8 Prozent (Hessen: 61 Prozent). Prognostiziert wird eine Ausbauquote von 82 bis 92 Prozent bis Ende 2030. Damit würde das Ziel der flächendeckenden Versorgung bis dahin verfehlt.
Im Landkreis Gießen ist es das gemeinsame Ziel aller 18 Städte und Gemeinden, allen Haushalten bis 2030 einen Anschluss anzubieten. Der privatwirtschaftliche Ausbau läuft seit zwei Jahren. Bundesweit seien inzwischen rund 300 Netzbetreiber auf dem Markt. „Ursprünglich hatten wir im Landkreis Gießen mal den Ausbau mit zwei Partnern geplant“, blickte Becker auf die Anfänge zurück. Das Telekommunikationsgesetz gebe aber jedem Unternehmen die Möglichkeit, am Netzausbau mitzuwirken.
In Gießen und Pohlheim-Watzenborn-Steinberg komme es sogar teilweise zu einem Doppelausbau. Dort beabsichtigen zwei Unternehmen, den Ausbau teilweise in gleichen Straßenabschnitten vorzunehmen. Weitere Informationen zum Doppelausbau in Watzenborn-Steinberg unter https://www.breitband-giessen.de/news/doppelausbau-pohlheim/
Geförderter Ausbau für rund 9.000 Adressen im Landkreis
In der Ausbaustufe V geht es schließlich noch um den geförderten Ausbau für Haushalte, die aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht von den Telekommunikationsunternehmen ausgebaut werden (Aussiedlerhöfe, etc.). In Stadt und Landkreis Gießen wurde Mitte September 2025 für knapp 9.000 Adressen beim Bund und dem Land Hessen ein Förderantrag mit einer Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 67 Millionen Euro gestellt. Die Kosten teilen sich der Bund (50 Prozent), das Land (40 Prozent) und die Kommunen mit einem Eigenanteil von 10 Prozent.
Pflichtenheft lenkt Bauarbeiten in geordnete Bahnen
Um die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, den Tiefbaufirmen und den Kommunen in geordnete Bahnen zu lenken, wurde ein Pflichtenheft eingeführt. Es enthält technische, organisatorische und bauliche Vorgaben, die beim Ausbau beachtet werden sollen. Konkret sind das unter anderem Bestimmungen, welche Tiefe ein Graben haben muss, in den die Leitungen gelegt werden, oder wie Straßen und Gehwege nach den Bauarbeiten wiederhergestellt sein müssen.
Anfragenportal der Breitband Gießen mit Ticketsystem
„Ende Februar 2025 hat die Breitband Gießen ein Ticketsystem eingeführt“, berichtete Ramona Rühl, die Öffentlichkeitsbeauftragte der Breitband Gießen. Ziel ist es, Anfragen zum Glasfaserausbau über vielfältige Kommunikationskanäle zu sammeln, zu dokumentieren und zu bearbeiten. Erreichbar ist das Ticketsystem über das Kontaktformular auf der Homepage der Breitband Gießen GmbH unter https://www.breitband-giessen.de/kontakt/ oder per E-Mail an anfragen@breitband-giessen.de.
Auf der Homepage www.breitband-giessen.de gibt es zudem Infoseiten zu jeder der 18 Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen und einen umfangreichen FAQ-Bereich mit den häufigsten Fragen. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hält unter www.das-beste-internet.de weitere Infos und Glasfaserberatung per Chatbot bereit.