"Ich liebe meine Stadt und gestalte mit!" Zur Auftakt­veranstaltung konnte Bürgermeister Andreas Ruck 60 Bürger im Hans-Weiß-Saal der Volkshalle Watzenbom­Steinberg begrüßen. "Heute haben Sie eine Chance oder die Zukunft von Pohlheim in der Hand. Es geht um Ge­stalten, darum, dass Sie etwas tun. Wir starten ein Zukunftsprojekt. Es geht darum aufauzeigen wie stark und schwach sind wir. Dazu gibt es Fach­vorträge. Aber die Ziele, die bestimmen Sie. Sie bestimmen was hier passiert und Sie bestimmen wo solJ Pohlheim hingehen. Was brauchen wir? Was ha­ben wir nicht?,, so das Stadtober­haupt mit dem Hinweis, dass die Stadt gerade mal 50 Jahre jung sei, aber im­mer noch ein Kirchturmdenken beste­he."Wir sind noch nicht zusammenge­wachsen. Dieses Projekt kann auch dies beinhalten, dass wir Pohlheim als Ganzes sehen. Wir müssen einmal zu­sammen agieren und das können wir heute". Kernthemen der Auftaktveran­staltung bildeten das Polizei-Projekt Kompass und das Thema Antidiskrimi­nierung.


Passgenaue Maßnahmen


Bereits 2018 hat sich Pohlheim für die Sicherheitsinitiative Kompass beworben und auch bereits 2019 einen Magistratsbeschluss dazu gefasst. Über den aktuellen Stand und das Kommu­nalprogramm Sicherheits-Siegel (Kom­pass) informierten die beiden Kom­pass-Beauftragten des Polizeipräsi­diums Mittelhessen, die beiden Polizei­hauptkommissare Sonja Böhm und Jörg Schormann. In Pohlheim wurde nach der offiziellen Begrüßung als Kompasskommune bereits eine Arbeitsgruppe gebildet und 2019 auch eine Bevölkerungsbefragung durchge­führt. An dieser hatte.n sich jedoch le­diglich 98 Bürger beteiligt und dabei zu viel Straßenverkehr, Vandalismus, Fahrraddiebstahl und Einbruch mo­niert. Laut Schomtann wurden jedoch in Pohlheim 2019 gerade mal sechs und im vergangenen Jahr acht Fahrrad­diebstähle angezeigt Nun stehe im Prozess eine Ausarbeitung in der Arbeitsgruppe an und die Ausarbeitung von passgenauen Maßnahmen. Es folgt dann eine zweite Sicherheitskonferenz mit Ergebnissen der Bürgerbefragung und ersten Maßnahmen.


Rund 220 Wunsch- und Themenzet­tel wurden von den Teilnehmem an drei Stellwänden angeheftet. Darauf zu lesen "Feuerwehr", "Hoingk-Feste", "Anlaufstelle für Streit in Nachbar­schaft", "Wochenmarkt", ,,Skaterpark evtl. in Hausen", ,,Blühstreifen", "För­derung von Solaranlagen", ,,Kultureller Austausch", "Pohlheim Klimaneutral 2035", "Bio-Landwirtschaft", "Kneipp. Becken", "Online-Community", ,,Ju­gendgerechte Stadt", ,,Generationen­brücke", ,,Garbenteich demnächst oh­ne Gaststätte, wo bleibt die Kultur?!", „Stadtverwaltung und Bauhof müssen besser zusammenarbeiten", ,,Stadt­Kommunal-App", ,,politische Kultur in P.", ,,Gemeinschaft stärken", ,,Fried­hofskosten", "Wir brauchen mehr Geld durch Gewerbe", "Sternwarte" und „Jugend-Beschäftigung" um nur einige hier zu nennen.


Marketa Roska, beim Landkreis auch für die Antidiskriminierungsarbeit zu. ständig, ging anschließend auf das Thema ein und informierte über den Ver­ein Antidiskriminierung Mittelhes­sen. Dabei brachte die Referentin ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass dieses Thema in einer Arbeitsgruppe in dem Prozess behandelt wird und sicherte hier ihre weitere Unterstützung zu. ,,Dank für 1000 Ideen, nicht einfach alles so zu sortieren, aber die groben Themen haben wir schon mal", so Ruck bei der abschließenden Vorstel­lung der Titel der Arbeitsgruppen, in denen sich nun die Bürger einbringen sollen.


Ideen einbringen


Behandelt werden sollen hier die Themen Verkehr, Vennarktung, Fes­te/Kultur, Natur/ Klima/Energie und Diskriminierung AdiNet. Im weiteren Prozess geht es darum, Stärken und Schwächen heraus-zuarbeiten, ldee.n einzubringen sowie sich in weiteren Treffen auszutauschen und letztendlich ein erstes Ergebnis zu präsentieren.
Zuvor hatte Eva Saarbourg als neues Projekt das viennal jährlich erschei­nende Stadtmagazin "Pohlheim-Maga­zin" 'Orgestellt. Dabei ging sie auf den Inhalt dieses zukünftigen Stadtmagazins ein. Es gehe neben der Informa­tion über aktuelle Themen, Angebote und Veranstaltungen auch darum, Neubürger einzubinden, den Tourismus zu bedienen. Die Pohlheimer Bürger sol­len sich an der Gestaltung beteiligen, sollen Inhalte gemeinsam erarbeitet werden. Dabei gibt es die Möglichkeit einer Bürgergruppe beizutreten, um Texte und Bilder zu erarbeiten und bei­zusteuern. Zudem können sich Betriebe, Vereine und andere Organisationen im Magazin mit eigenen Texten und Bildern vorstellen. Gefunden werden soll auch ein Name für das Magazin, handelt es sich beim "Pohlheim Maga­zin" lediglich um einen Arbeitsnamen. "Pohlheim hat es verdient, gute Infor­mationen zu erhalten. Die Pohlheimer Nachrichten sind so wie sie sind", ant­wortete Ruck auf die Frage, ob damit die Pohlheimer Nachrichten abgelöst werden sollen. Dieses Medium werde weiterhin das Amtliche Mitteilungs­organ der Stadt sein, aber Pohlheim habe so viele Highlights, die fast keiner kennt. "Die kann ich nicht in der Qua­lität in einem Wochenblättchen abbilden. Die richtigen Informationen, die sollen in diesem Magazin erscheinen. Hier geht es darum, eine lnformation nach A zu B zu bekommen und eine Redaktion zu bekommen, die sich um diese Themen kümmert. Dass Firmen dies sponsern, ist auch das Ziel, damit die Bürger dafür nichts zahlen."


Quelle: Gießener Anzeiger, 23.09.2021