Erkundungsbohrung im Neubaugebiet „Hausen Ost“ soll die Planung von Geothermieanlagen in der Region erleichtern.

  • In insgesamt 17 hessischen Kommunen hat die LEA LandesEnergieAgentur Hessen Erkundungsbohrungen beauftragt.
  • Mit den gewonnen Daten können Geothermieanlagen für private, kommunale und gewerbliche Gebäude zuverlässiger geplant werden.
  • Voraussichtlich vom 21. bis zum 23.09. findet eine Erkundungsbohrung im Neubaugebiet „Hausen Ost“ in Pohlheim-Hausen statt.
  • Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Bohrstelle zu besuchen.
  • Geothermie (Erdwärme) bezeichnet die im Erdinneren gespeicherte Wärme sowie deren energetische Nutzung. Erdwärme zählt zu den erneuerbaren Energien.
  • Mit Erdwärme können Gebäude klimafreundlich geheizt und gekühlt werden – nachhaltig, effizient und 24/7 verfügbar.


Voraussichtlich vom 21.-23.09.2021 führt die LEA LandesEnergieAgentur Hessen im Neubaugebiet „Hausen Ost“ in Pohlheim-Hausen eine oberflächennahe Erkundungsbohrung bis in eine Tiefe von 100 Metern durch. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ermittelt aus den gewonnen Daten das Erdwärmepotenzial der Region. Die Ergebnisse werden in einem Steckbrief zusammengefasst und auf der Webseite des HLNUG veröffentlicht. Mit Hilfe dieser Informationen können Bauherrinnen und Bauherren eigene Geothermieanlagen zuverlässig und effizient planen.

Gerne können Interessierte die Baustelle besuchen und sich ein Bild von den Bohrarbeiten machen. Gleichartige Bohrungen werden durchgeführt, wenn ein Gebäude mit Energie aus Erdwärme versorgt werden soll.


Was ist Erdwärme?

Die im Erdinneren gespeicherte Wärme, auch Geothermie genannt, kann zum Heizen und Kühlen von Gebäuden, für die Warmwasserbereitung und Stromerzeugung genutzt werden. Die Wärme kommt aus dem Erdkern. Nach heutigen Erkenntnissen ist es dort heißer als 5.000 Grad Celsius. Die Temperatur im Boden steigt mit zunehmender Tiefe an: in Deutschland um etwa drei Grad Celsius pro 100 Meter. Nutzt man die Wärme aus maximal 400 Metern Tiefe, spricht man von oberflächennaher Geothermie. Sie grenzt sich von der tiefen Geothermie ab, die bis zu mehrere Kilometer in die Erde vordringt.

Die Wärme des Erdinneren ist praktisch unerschöpflich. Erdwärme zählt daher zu den erneuerbaren Energien. Die Nutzung von Erdwärme zum Heizen und Kühlen von Gebäuden ist ganzjährig, nachhaltig und effizient. Die Landesregierung fördert daher ihre Nutzung.


Wie kann Erdwärme in Gebäuden genutzt werden?

Die Erdwärme muss zunächst an die Oberfläche transportiert werden. Weit verbreitet sind dazu Erdwärmesonden. Sie werden mit Hilfe einer Bohranlage meist bis zu 100 Meter tief in die Erde eingelassen. In ihnen zirkuliert eine Trägerflüssigkeit, die sich unterirdisch erwärmt.

Wärmepumpen im Gebäude erhöhen anschließend die Temperatur noch weiter, um sie für die Heizungen und das Warmwasser nutzbar zu machen. Für jede Kilowattstunde Strom, die die Wärmepumpe benötigt, werden bis zu sechs Kilowattstunden Wärme erzeugt. Mit Hilfe der Erdwärmesonde kann zudem im Sommer gekühlt werden, da die Temperatur in 100 Metern Tiefe ca. 12 Grad Celsius beträgt.


Hintergründe zum Projekt

Die LEA LandesEnergieAgentur Hessen führt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) von 2021 bis 2022 in insgesamt 17 hessischen Kommunen oberflächennahe Erkundungsbohrungen durch. Fachtechnisch begleitet wird sie vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

In diesen Kommunen werden Erkundungsbohrungen durchgeführt: Alsfeld, Büdingen-Düdelsheim, Frankenberg (Eder), Frankfurt, Groß-Gerau, Habichtswald, Hofheim-Wallau, Homberg (Efze), Langgöns-Dornholzhausen, Offenbach, Pohlheim, Riedstadt-Goddelau, Solms, Stockstadt am Rhein, Twistetal, Vellmar und Waldeck.


Kontakt

LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH
E-Mail: geothermie@lea-hessen.de
Web: www.lea-hessen.de/kommunen/geothermie-potenziale-erkunden