Zwölf Renaturierungsmaßnahmen hatte die Verwaltung der Stadt Pohlheim mit Vertreten von Hessen-Mobil im Rahmen der Erweiterung und Neubaus der Autobahn als Ausgleichsmaßnahmen vereinbart. Vergangene Woche wurde eine dieser Renaturierungen durch die Langgönser Firma Boller im Quellbereich des „Altstädter Baches“ neben der A 45 in der Holzheimer Feldgemarkung ausgeführt. Zwei Tage arbeitete Björn Boller mit seinem Bagger an der Neugestaltung des etwa 80 Meter langen Bachbettes mit einer Bachinsel.

Wie der für diese Maßnahme zuständige Erste Stadtrat Ewald Seidler mitteilte, wird der gerade und strukturlose Bachlauf an dieser Stelle aufgeweitet und flache Übergänge vom Wasser zum Land geschaffen. Vorher waren dort Steilufer und neben dem Bachlauf Befestigungen mit Basaltsteinen, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge dort gut fahren konnten. Unter dem ehemaligen Weg über den Bach nahe der Quelle, wurde das Wasser durch Betonrohre unter dem Weg geführt. Diese verrohrte Wegüberführung wurde schon lange nicht mehr gebraucht und nun ausgebaggert.

Die ausgebaggerten Steine verwendete Boller zur Neugestaltung der Bachinsel und des Bachlaufes. Der Einbau von Totholz zusammen mit Geschiebematerial sorgt zukünftig stellenweise für Turbulenzen im Wasser und in anderen Bereichen bilden sich Ruhezonen. Durch unterschiedliche Wassertiefen ist das neue Feuchtbiotop gut vertikal gegliedert und bietet sowohl im feuchten Uferbereich als auch im Wasser verschiedensten Pflanzen und Tieren Lebensraum.

Durch die Routine des Baggerfahrers bei der Kreation dieser neuen Landschaft, wurde dieser taufrische Biotop zügig und in hervorragender Qualität ausgeführt und gestaltet.

Bürgermeister Udo Schöffmann wurde bei Besichtigung der Arbeiten sowohl vom Ersten Stadtrat Ewald Seidler als auch von Björn Boller über verschiedene Details dieser Renaturierungsmaßnahme informiert. „Durch den hohen Anteil von Steinen im neuen Bachbett ähnelt dieser Bereich einem Gebirgsbach,“ äußerte Ewald Seidler. Erfreut waren Bürgermeister und Erster Stadtrat über Björn Bollers Idee, mit gebrauchten Betonteilen eine Treppe zur gemauerten historischen Fassung der Bachquelle zu bauen und mit einem „tonnenschweren Findling“ die Treppe für den Fahrzeugverkehr zu sichern.

Schon am zweiten Tag sammelte sich Wasser im neuen Lebensraum und erste Bachstelzen inspizierten neugierig die mannigfaltigen Abschnitte der noch jungfräulichen Landschaft. Werden diese Vögel hier ansässig, ist das ein Lob aus der Natur für die gelungene Gestaltung einer weiteren „Biodiversitätsinsel“ in Pohlheim, kommentierte Bürgermeister Udo Schöffmann.

Die noch fehlenden Pflanzungen typischer Gewässerbäume und Sträucher, soll bei guter Witterung zum Jahresende erfolgen.

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