• Die Erkundungsbohrung läuft vom 20. bis zum 22.09. im Neubaugebiet „Hausen Ost“ in Pohlheim-Hausen im Auftrag der LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH.
  • Mit der circa 100 Meter tiefen Bohrung werden Gesteinsproben gewonnen.
  • Anschließend wird in das Bohrloch eine Erdwärmesonde eingebaut.
  • An der Erdwärmesonde wird ein „Thermal-Response-Test“ durchgeführt. Mit ihm wird die Wärmeleitfähigkeit des Untergrundes bestimmt. Ergänzend wird die Temperatur des Untergrundes ermittelt.
  • Die Ergebnisse der Untersuchungen werden vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zusammengeführt, ausgewertet und in Form eines Steckbriefs veröffentlicht.
  • Der Steckbrief liefert Bauwilligen eine wichtige Grundlage, um eigene Erdwärmesonden-Anlagen zuverlässig und effizient planen zu können

Zur Ermittlung des örtlichen Erdwärmepotenzials führt die LEA LandesEnergieAgentur Hessen vom 20.-22.09.2021 im Neubaugebiet „Hausen Ost“ in Pohlheim-Hausen eine 100 Meter tiefe Erkundungsbohrung durch, bei der eine Erdwärmesonde eingebaut wird. Für die Bohrung und den Einbau der Erdwärmesonde werden voraussichtlich drei Werktage benötigt. Ziel der Maßnahme ist es, möglichst exakte Kenntnisse über die geologische und geothermische Situation vor Ort zu erhalten.


Wie verläuft die Bohrung?

Ein Bohrgerät wird mit einem Tieflader angeliefert und positioniert. Ein Bohrmeißel an der Spitze des Bohrgestänges arbeitet sich dann bis auf eine Tiefe von 100 Meter vor. In der Bergmannsprache nennt man dies „abteufen“. Das dadurch gelöste Gesteinsmaterial wird mit Wasser nach oben aus dem Bohrloch befördert. Dabei werden kontinuierlich Gesteinsproben zur geologischen Beschreibung entnommen.

Nachdem die geplante Bohrtiefe erreicht ist, wird das Bohrgestänge ausgebaut. Danach wird eine Erdwärmesonde in das Bohrloch eingelassen. Sie besteht aus zwei U-förmigen Kunststoffrohren. Das Bohrloch wird anschließend mit einer Zement-Bentonit-Suspension verfüllt. Dies ist erforderlich, um die Erdwärmesonde mit dem umgebenden Gestein fest zu verbinden. Damit wird ein hoher Wärmeaustausch zwischen Sonde und Erdreich erreicht. Zudem wird das Bohrloch gegen grundwasserführende Schichten abgedichtet.


Was kommt dann?

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) untersucht die Gesteinsproben. Eine Fachfirma führt ein bis zwei Wochen nach Einbau der Erdwärmesonde einen sogenannten „Thermal-Response-Test“ (TRT) durch. Dafür wird die Erdwärmesonde an eine Versuchsanlage angeschlossen. Mit dem TRT wird die Wärmeleitfähigkeit des Untergrundes bestimmt. Ergänzend wird in der Erdwärmesonde die Temperatur des Untergrundes ermittelt.

In einem Steckbrief fasst das HLNUG die Ergebnisse zusammen und veröffentlicht sie auf seiner Webseite (www.hlnug.de). Auf Grundlage des Steckbriefs können Bauwillige, Kommunen, Bohrfirmen und Energieversorger zuverlässig die richtige Dimensionierung von Erdwärmesonden sowie die Bohr- und Ausbauarbeiten planen. Die im Neubaugebiet „Hausen Ost“ installierte Erdwärmesonde kann nach Abschluss der Tests von der Kommune zur nachhaltigen Wärmegewinnung genutzt werden.


Hintergründe zum Projekt

Die LEA LandesEnergieAgentur Hessen führt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) von 2021 bis 2022 in insgesamt 17 hessischen Kommunen oberflächennahe geothermische Erkundungen durch. Fachtechnisch begleitet wird sie vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), welches das Projekt initiiert hat.

In diesen Kommunen werden Erkundungsbohrungen durchgeführt: Alsfeld, Büdingen-Düdelsheim, Frankenberg (Eder), Frankfurt, Groß-Gerau, Habichtswald, Hofheim-Wallau, Homberg (Efze), Langgöns-Dornholzhausen, Offenbach, Pohlheim, Riedstadt-Goddelau, Solms, Stockstadt am Rhein, Twistetal, Vellmar und Waldeck.


LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH
E-Mail: geothermie@lea-hessen.de
Web: www.lea-hessen.de/kommunen/geothermie-potenziale-erkunden