Gedicht von Heinrich Degen über die beginnenden Aktivitäten im Frühling
Im Frühling werden die Tage wieder länger, die Sonne zeigt sich immer häufiger und die ersten Blumen lassen unsere Umgebung bunter erscheinen. Für viele Menschen beginnt nun eine Zeit der Besinnung – insbesondere für jene, die bereits in die Fastenzeit gestartet sind. Mit der Natur, so scheint es, erwachen die Lebensgeister und die Menschen nutzen bereits die milderen Temperaturen für Spaziergänge und Aktivitäten im Freien. Passend dazu hat sich Heinrich Degen aus Watzenborn-Steinberg (1898-1974) in einem Gedicht Gedanken gemacht.
Wandern macht gesund
Seht, wie die Luft ist kühl und rein,
zum Wandern haben wir nun Lust,
uns winkt ein heller Sonnenschein,
das Herz hebt sich in uns’rer Brust;
der Sommer treibt uns aus dem Haus
und fröhlich wandern wir hinaus.
Wir schau’n mit Freud das grüne Feld,
wir seh’n ein Wachsen und Gedeih’n;
wohin man blickt, schön ist die Welt,
Gott gab ihr einen neuen Schein,
so bunt bemalt ist die Natur,
sei es in Gärten, Wald und Flur.
Uns führt der Weg zum grünen Wald,
durch Täler geht es, über Höh’n,
und wo der Vögel Lied erschallt,
dort lassen wir uns gerne seh’n,
ihr Sang, der unser’m Ohr sich schleicht,
macht uns’re Wanderung so leicht.
Das Wandern, Menschenkind, o merke,
verschafft dir Mut, hält dich gesund,
gibt deiner Seele Kraft und Stärke,
glaub‘, die Natur sie gibt dir’s kund,
stellst du zum Wandern oft dich ein,
dein Leben ist voll Sonnenschein.