Alte Kirche

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35415 Pohlheim
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Chronologie der "Alten Kirche"

1141
Erste Namensnennung von Watzenborn (Watzenburnen), Garbenteich und der ausgegangenen Orte Erlebach, Cotthen (Caden) Fronebach und Steinbach. In zwei Urkunden, die später geschrieben und vordatiert sind, erhält das Kloster Schiffenberg vom Erzbischof Albero von Trier die Pfarrrechte über die Siedlungen Watzenburnen, Erlenbach, Gar-wartheich, Cotthen, Fronebach und Steinbach. Ab dem 9. Jh. gehören diese Dörfer (soweit sie bestanden) zur Kirche in Großen-Linden.

1162
In zwei Urkunden der Grafen von Gleiberg und des Erzbischofs Hillin von Trier, die später geschrieben und vordatiert sind, werden Kapellen in Steinbach, Watzenborn, Garbenteich und den ausgegangenen Orten Erlebach, Cotten und Vronebach genannt, sowie Abgaben an den Schiffenberg festgelegt. Die Bewohner sind dort eingepfarrt und besuchen (bis 1584) den Gottesdienst auf dem Schiffenberg. Sie haben auch für die Unterhaltung der Mutterkirche auf dem Schiffenberg beizutragen.

1288
Erste Erwähnung von Steinberg in einer Schenkungsurkunde des Phi-lipp von Linden an das Kloster Schiffenberg. (Mit hoher Wahrschein-lichkeit haben jedoch die Orte Watzenborn und Steinberg - auch Steinmark, Stoamoark, genannt- schon 1103 bestanden. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Steinberg aus einem der ausgegangenen Or-te z. B. Cotten, was von Wagner am Fuße des Obersteinbergs ange-nommen wird, entstanden ist.)

1318
Weihe der neuen Kirche und des neuen Friedhofs im Nonnenkloster Cella durch Erzbischof Balduin v. Trier.

1489/90
Die im romanischen Stil erbaute Taufkapelle in Watzenborn wird zur heutigen Grundform im frühgotischen Stil erweitert.

1500
Steinberg hat ca.40 Einwohner, Watzenborn ca.80.

1577
Im Dorfbuch steht: Watzenborn und Steinberg sind ein Gemeind, 61 Hausgesäße, 9 Wagen (für Dienste), Pfarren gen Schiffenberg, doch haben sie eine eigene Capell, die Melchior von Schwalbach zu confirieren hat.

1584
Im Baubuch der ev. Pfarreien steht, dass die Kapelle zu Watzenborn für die Abhaltung ordentlichen Gottesdienstes hergerichtet werden soll. Eine Bühne (Empore) wird eingebaut.

1589
Im Kircheninventar werden Kelch, Platene und Taufbecken genannt.

1597
Die Kirche hat zwei Glocken. Über dem Altar befindet sich ein Schrank, der mit 2 Schlüsseln verschlossen ist. Ein Stück Mauer wird renoviert.

1606/07
Watzenborn erhält eine eigene Pfarrei mit den Filialen Steinberg und Garbenteich. Zu Weihnachten 1606 wird der erste Pfarrer, Justus Nikolaus Clemens, vom Gießener Superintendenten Dr. Jeremias Victorius feierlich eingeführt. Ab 1906 wird  Garbenteich vom Hausener Pfarrer pastoriert. 1923 kommt Garbenteich kirchlich zu Hausen.

1624
Durch die Schefersche Chronik wissen wir, dass in diesem Jahr die Kirche innen neu gestrichen und die Männerbühnen repariert werden. Eine neue Tür wird eingebaut. Die Kirche hat ein Bossengewölbe.

1635
In Watzenborn sterben 110 und in Steinberg 52 Leute an der Pest und an Hungersnot.

1645/46
Vernichtung der Felder, Plünderung und Demolierung von Grüningen und Watzenborn-Steinberg durch Hessische- und Weimarische Truppen (Hessenkrieg 1645 bis 1648, Hessen-Darmstadt gegen Hessen-Kassel). Flucht der Bevölkerung nach Gießen. Die Watzenborn-Steinberger Kirche wird wiederum arg beschädigt.

1658
An der Watzenborn-Steinberger Kirche werden die letzten Kriegsschäden beseitigt und es wird mehr Platz im Innenraum geschaffen. Dabei werden erhebliche Umbauten vorgenommen. Am 10. Oktober erste Taufe im neuen Chor der Kirche.

1666
Ein Pfarrhaus wird bei der Kirche in Watzenborn, die außerhalb steht, errichtet, weil die Leute den Pfarrer mitten im Dorf nicht haben wollen.

1670
Der Turm der Kirche wird wiederum repariert und eine Inschrift auf dem Knopf unter dem Kreuz des Turmes angebracht.

1680
Bau der ersten Schule auf dem Platz vor der Kirche.

1774
Die Kirche muß in schlechtem Zustand gewesen sein, denn es werden 700 Gulden dazu verwendet das Nötigste zu ordnen. Es werden neue Deckenbalken eingezogen. Die Kirche hat eine Orgel eine Turmuhr, und Glocken. 1791 und 1831 werden zwei weitere Glocken angeschafft.

1804
Watzenborn-Steinberg hat 747 Einwohner.

1842
Die Kirche erhält einen Innenanstrich.

1847
Der Turm ist so schlecht, dass eine Glocke herunterfällt. Die Männerbühnen drohen einzustürzen. Die westliche Giebelwand hat Risse (die sie im Jahr 2001 noch hat). Es müssen 2050 Gulden für die nötigen Reparaturen aufgewendet werden.

1847
on der Stadt Staufenberg wird das heute in der Christuskirche befindliche Kruzifix gespendet

1890
Die Kirche erhält eine neue Orgel.

1893
Eintrag im Brandkataster: „Kirche mit Thurm und Treppenanbau, 2 Stock. In der Kirche: Orgel mit Podium und Treppen. Im Thurm: Uhr mit Zifferblatt, 3 Glocken mit Zug“.

1917
Bei der Metallmobilmachung wird die Glocke mit 0,47 m Durchmesser und Orgelteile eingeschmolzen.

1921
Eine neue Glocke (0,56 m Durchmesser, ca. 150 kg) wird von Fa. Rinker erworben. Die kleinste Glocke (0,52mø) kommt ins Schulhaus.

1922
kommen offizielle Gespräche über die Vergrößerung der Kirche in Gang. Der Denkmalpfleger empfiehlt den Anbau eines zweiten Schiffes ähnlich Grüningen.

1933/34
wird sogar der Abbruch und ein Neubau an gleicher Stelle von der Gemeinde erwogen. Das Dritte Reich und der zweite Weltkrieg verhindern jedoch weitere Initiativen.

1926
Die Kirche erhält elektrisches Licht.

1939
Die Orgel wird erweitert und erhält auch eine Gebläsemaschine.

1947
Renovierung des Innenraumes.

1950
Eine neue Glocke wird als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzene eingebaut.

1955
Die neu erbaute Christuskirche mit den Glocken und dem Kruzifix aus der alten Kirche wird eingeweiht.

1955
Verkauf der Kirche für 30.000, - DM an die katholische Kirchengemeinde.

1956
Beginn der Renovierung und Umgestaltung der „Alten Kirche“. Abbau des äußeren Treppenaufganges zu den Männerbühnen.

1958
Die Querempore wird durch eine Neue mit Betondecke ersetzt, wodurch 35 cm mehr Kopffreiheit entsteht. Der Dachreiter wird durch Eisenrohre abgestützt. Eine neue Sakristei wird auf der Südseite geschaffen und die Vorhalle am Westgiebel errichtet.

1959
Der Fußboden wird neu verlegt und ein neuer Altar aufgebaut. Die Bänke werden unter Verwendung der Alten umgestaltet. Die Orgel wird in die Sakristei versetzt. Buntglasfenster, in der ursprünglichen romanischen Form, werden im Chorraum eingebaut. Die Weihe und Taufe der Kirche erfolgt am 29.11.1959 auf den hl. Johannes d. Täufer.

1960
Weihe der neuen Glocken

1961
Die Gedenkstätte für die gefallenen der Weltkriege vor der Kirche wird neu gestaltet.

1977
Die Pohlheimer Katholiken erhalten eine eigene Pfarrei.

1982
Die Kirche wird innen renoviert und die 1975 letztmalig überholte Orgel gewartet.

1992
Ankauf der  „Alten Kirche“  mit einer Glocke durch die Stadt Pohlheim. Kaufpreis 180.000- DM.

1992 bis1999
allgemeine Nutzung, überwiegend durch die Syrisch- Orthodoxe- Pfarrei, deren eigene Kirche in Garbenteich 1999 fertiggestellt wird.

1998
Gründung des Fördervereins zur Rettung der „Alten Kirche“ Watzenborn-Steinberg.

1999
Zur Sicherung der Glasfenster und zur optischen Aufwertung des Ortsbildes wird eine Außenbeleuchtung installiert. Der Turm wird eingerüstet und großteils neu eingedeckt, ein neues Kreuz mit Wetterhahn auf die Turmspitze und sechs Spitzen auf die Turmgauben gesetzt. Die alten Eingangstüren, die auf dem Dachboden lagern, werden sichergestellt.

2000
Von einem Diplomanden der Fachhochschule Gießen-Friedberg werden  Bestandspläne mit Angabe der Bauschäden und Hinweisen auf die Statik der Dachkonstruktion erarbeitet. In einem dendrochronologischen Gutachten wird das Alter der Dach-Holzkonstruktion ermittelt. Reparaturen am Dachgebälk werden durchgeführt.

2001
Der Westgiebel wird innen und außen saniert. Dabei wird der Windfang abgebrochen und ein  neuer Treppenvorbau, in Anlehnung an den historischen, neu errichtet. Das Pflaster außen an der Nordwest- und Westseite wird bis zu 30 cm angehoben und neu verlegt.Die Eingangstüren, die seit 1957 auf dem Speicher der Kirche deponiert waren, werden restauriert und wieder in den oben neu aufgebrochenen und unteren Eingang an der Westseite der Kirche eingebaut.Der Grabstein des Johann Georg Weiß, der unter dem westlichen Fenster der Nordwand eingemauert und schon erheblich verwittert ist, wird ausgebaut. Ebenso werden der Grabstein des Konrad Schmand, der im Vorbau eingemauert war und der Grabstein des Ottmar Dentzer, der an der Westwand saß, sicher gestellt.

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