Jahreshauptversammlung der Pohlheimer Feuerwehr

Die Feuerwehr Pohlheim absolvierte im vergangenen Jahr 174 Einsätze und lag damit im statistischen Mittel der Vorjahre. 42 Personen waren gerettet worden, aber auch zwei tödlich Verletzte zu verzeichnen.

Bei der Jahreshauptversammlung setzte sich Stadtbrandinspektor Bernd Schöps weniger mit Zahlen als mit der "Kraft der Kameradschaft" auseinander.  „Sie ist spürbar“, stellte er fest und belegte seine Aussagen mit Beispielen aus Einsätzen des vergangenen Jahres.

Schöps zitierte aus dem Soldatengesetz und zog Parallelen zum Dienst in der Feuerwehr. Dabei hob er Werte wie Respekt und das Einstehen füreinander in Notsituationen hervor. Besonders bei schweren Unfällen oder anderen Einsätzen mit psychisch belastenden Vorkommnissen stelle sich die Frage der Kameradschaft und der Nachsorge.

„Führungskräfte sind auch nicht immun. Da ging bei mir auch mal nichts mehr“, erwähnte der Stadtbrandinspektor einen Unglücksfall mit Todesfolge in Holzheim, der ihn persönlich schwer belastet habe. „Wir müssen achtsam sein, uns gegenseitig stützen und nachfragen, wie es einem geht“, sagte er. Umso dankbarer sei er gewesen, aus den Reihen der Feuerwehr Unterstützung erfahren zu haben.

Ausrangiertes Löschfahrzeug nach Ungarn überführt

Bürgermeister Andreas Ruck wies auf die enorme Zahl der Einsätze hin und die soziale Komponente der Feuerwehr, die ein Quartettspiel konzipiert und den Erlös aus dem Verkauf an einen gemeinnützigen Verein gespendet hatte. In die ungarische Partnerstadt Zirc war ein ausrangiertes Löschfahrzeug der Pohlheimer Feuerwehr überführt worden.

Kreisbrandmeister Ole Schwarzkopf berichtete über die rege Nutzung des Gefahrenabwehrzentrums Gießen und hob einige Großeinsätze hervor wie die Brandserie in Lollar, den Starkregen im Mai und die intensive Vorbereitungszeit auf die Demonstrationen gegen die Gründung der neuen bundesweiten AfD-Jugendorganisation in Gießen. Des Weiteren beschäftige man sich unter anderem mit Themen wie Blackouts oder ziviler Verteidigung.

Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes animierte Roland Kraus die Pohlheimer Feuerwehr, sich am Wettbewerb „Feuerwehr der Zukunft“ zu beteiligen. Ende April läuft die Bewerbungsfrist ab. Mitte August wird das Jubiläum 80 Jahre Kreisfeuerwehrtag in Lich gefeiert.

Zeitnahe Hilfe durch KatRetter-App

Die ausführliche Jahresbilanz der Pohlheimer Feuerwehr war den Einsatzkräften im Vorfeld der Hauptversammlung zugegangen. Einige Details daraus: Dank Alarmierung durch die KatRetter-App konnte im Januar in Hausen eine Person durch zeitnahe Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes reanimiert werden. Eine Herausforderung besonders in psychischer Form stellte ein Einsatz Anfang August 2025 in einem Kfz-Betrieb in Holzheim dar. Zu mehreren Feuerwehreinsätzen nach Starkregen kam es Ende Juli in den Stadtteilen Watzenborn-Steinberg und Hausen.

Im Mai fand eine Einsatzübung des Waldbrandzuges Süd des Landkreises Gießen statt, an dem vier benachbarte Kommunen teilnahmen. Als Übungsszenario diente ein fiktiver Brand im Waldgebiet rund um den Limesturm. Ende September waren die Löschzüge Nord und Süd an einer Alarmübung beteiligt, bei dem auf der Kreisstraße zwischen Grüningen und Lang-Göns ein Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen simuliert wurde.

Ein ausrangiertes Löschfahrzeug 8/6 aus Pohlheim wurde im Herbst von Pohlheim in die ungarische Partnerstadt Zirc überführt, um dort weitere Dienste zu leisten. Innenminister Roman Poseck übergab im November einen Förderbescheid für den Erwerb eines Staffellöschfahrzeugs 20 für den Löschzug Ost.

Die Mitgliederstatistik weist 156 Mitglieder in der Einsatzabteilung, 81 in der Jugendfeuerwehr und 42 in der Minifeuerwehr aus.

Kinder- und Jugendfeuerwehr

Die Stadtjugendfeuerwehr veranstaltete im Juni ihr traditionelles Pfingstzeltlager auf dem Zeltplatz in Hausen und hielt dort auch ihre Jahreshauptversammlung ab.  Mit einer Schauübung wurde im Juni das 75-jährige Jubiläum der Feuerwehr Grüningen unterstützt. Im September fand ein Berufsfeuerwehr-Wochenende statt, an dem ein realitätsnaher Wachbetrieb rund um die Uhr umzusetzen war und verschiedenste Einsatzszenarien geprobt wurden.

Bei der Kinderfeuerwehr aus Dorf-Güll brachte das Jahr 2025 mit dem Umzug in den Löschzug Süd nach Holzheim große Veränderungen mit sich. Alles musste neu strukturiert werden. Neben den Gruppenstunden mit Wissens- und Technikvermittlung gab es in allen Löschzügen Ausflüge und viele gemeinsame Spiel- und Spaßaktionen für die „Minis“.

Bei der Brandschutzerziehung in den Kitas und Grundschulen für 5- bis 9-jährige Kinder ging es um den richtigen Umgang mit Feuer und das Verhalten im Not- und Katastrophenfall.

Um Struktur, Konzeption und Vorbereitung auf Einsätze kümmert sich eine Fachgruppe Hygiene. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte.

Ehrungen

Mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande für 40 Jahre Dienst wurde Markus Bender ausgezeichnet. Walter Horig erhält für 25 Jahre das Bronzene Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt.

Anerkennungsprämien für Dienste in der Einsatzabteilung gehen an Jonathan Sommer, Julius Hollerith, Carina Pötzl und Miguel Rodriguez (10 Jahre), Manuel Brücher und Christian Stumpf (20 Jahre) sowie Jörg André Harbach und Thomas Heinz (30 Jahre).

Für aktiven Dienst in der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr gibt es Einkaufsgutscheine für Theo Tissen und Florian Thurm (5 Jahre), Carina Pötzl, Philip Briegel, Gabriel Kurkunc, Dario Hickl und Lennard Simon (10 Jahre, Jonathan Sommer und Niklas Keßler (15 Jahre), Walter Horig und Erik Klotz (25 Jahre), Daniel Schepp, Jörg André Harbach, Holger Leib, Sebastian Opper, Tobias Schardt, Lars Viehmann und Mario von Diemar (30 Jahre), Yves Keßler und Markus Lohrey (35 Jahre), Markus Bender und Wilfried Müll (40 Jahre) sowie Winfried Volz, Holger Schmandt und Edwin Zeiß (45 Jahre).

Beförderungen

Befördert wurden Erik Zettlitzer, Johannes Jusciak, Luca Stumpf und Justus Wolf (alle zum Feuerwehrmann), Luis Heddrich, Julian Häuser, Philip Briegel und Caspar Bennet Schinke (Oberfeuerwehrmann), Henrik Keßler, Daniele Sabatino, Lukas-David Kurkunc und Jonas Maximilian Stipic (Hauptfeuerwehrmann), Julia Pittasch (Hauptfeuerwehrfrau), Chris Heppner (Oberlöschmeister), Niklas-Robin Mühlich, Yannic Westbrock, Florian Vornlocher, Björn Peters und Patrick Moos (Hauptlöschmeister), Sebastian Brucker (Oberbrandmeister) und Manuel Brücher (Hauptbrandmeister).