Veterinäramt gibt Tipps zur Außenhaltung in der kalten Jahreszeit

Kälte, Wind und Schnee machen Weidetieren wie Rindern, Schafen oder Pferden im Winter nichts aus. Sie können auch während der kalten Jahreszeit draußen auf der Weide bleiben. Allerdings müssen die Bedingungen stimmen, damit ihr Winterfell sie vor der kommenden Kälte schützt.

„Wer Weidetiere hält, sollte einiges berücksichtigen, wenn es darum geht, dass die Tiere den Winter gut überstehen“, sagt Christian Zuckermann, Dezernent für Veterinärwesen im Landkreis Gießen. „Auch wenn die Tiere robust sind, sollten trotzdem diverse Vorkehrungen getroffen werden.“

Tiere müssen an Weidehaltung gewöhnt sein

Dr. Maike Klein, Tierärztin des Veterinäramts des Landkreises, gibt Tipps, wie sich Weidetiere auch bei Frost und Schnee wohlfühlen. Generell gilt: Nur gesunde und gut genährte Tiere dürfen im Winter auf der Weide gehalten werden. Außerdem müssen sie an die Winter-Weidehaltung gewöhnt sein, damit sie genügend Zeit haben, ein dichtes, wärmendes Winterfell zu entwickeln.

Zudem brauchen die Tiere mehr Futter als üblich. „Die Tiere benötigen bei niedrigen Temperaturen mehr Energie. Daher ist eine Zufütterung im Winter unerlässlich“, erklärt sie. Neben ausreichend gesundem Futter muss immer Trinkwasser zur Verfügung stehen, welches auch bei anhaltendem Frost nicht einfriert.

„Besonders wichtig für eine tierschutzgerechte Haltung im Freien ist, dass jedes Tier Zugang zu einem Unterstand hat“, betont die Tierärztin weiter. Dieser muss den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit bieten, in der sie vor Wind und Nässe geschützt stehen und liegen können. Für Rinder, Ziegen und Pferde sollte dieser Witterungsschutz überdacht und möglichst mehrseitig geschlossen sein.

Unterstand soll vor Wind und Nässe schützen

Schafe brauchen bei kalten Temperaturen in Verbindung mit viel Niederschlag ebenfalls einen möglichst mehrseitig geschlossenen Unterstand. „Der Liegeplatz muss ausreichend trocken eingestreut sein. Außerdem sollte er von der Größe her allen Tieren gleichzeitig zugänglich sein“, erläutert Dr. Klein. Besonders wichtig ist der Witterungsschutz, wenn Schafe auf der Winterweide ihre Lämmer bekommen, da die Neugeborenen schnell auskühlen. Infolgedessen können sie dann nicht mehr an der Mutter trinken und sterben häufig.

„Werden alle genannten Voraussetzungen erfüllt, bietet eine Winterhaltung im Freien den Tieren eine naturnahe Unterbringung und ist aus Sicht des Tierschutzes zu befürworten“, resümiert die Tierärztin.

Wer Fragen zur Tierhaltung hat, kann sich an den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis Gießen wenden unter 0641 9390-6200 oder per E-Mail an poststelle.avv@lkgi.de.