Jugendzentrum und Verwaltungsräume bald bezugsfertig
In wenigen Wochen bezieht die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Pohlheim ihr neues Domizil. Der Umbau des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses in der Ludwigstraße 37 in Watzenborn-Steinberg geht dem Ende entgegen.
Derzeit wird im Dachgeschoss noch gewerkelt, um auch diese Etage nutzbar zu machen. Im Erd- und Obergeschoss sind Bodenbeläge verlegt und Wände tapeziert. Anfang Februar sollen die Möbel kommen und im April ist der Einzug geplant.
Kinder- und Jugendarbeit "unter einem Dach"
Für das Jugendzentrum eröffnen sich neue Welten: Es zieht um aus den bisherigen Räumlichkeiten im Volkshallenanbau und belegt das komplette Erdgeschoss. Dort stehen künftig ein Jugendraum mit einer etwa 60 Quadratmeter großen Lounge inklusive Teeküche bzw. Bar sowie ein Mehrzweckraum zur Verfügung.
Im Obergeschoss wird auch die Verwaltung „unter einem Dach“ konzentriert: das Kinder- und Jugendbüro, Streetwork, Gemeinwesenarbeit und die pädagogische Kita-Fachberatung sowie ein Schulungs- und Seminarraum.
Das Dachgeschoss wird ausgebaut mit einem Aufenthaltsraum, der für Hausaufgabenhilfe genutzt werden kann, sowie Teeküche, Toiletten und Lagerräumen. Diese nachträglich in den Umbau einbezogene Fläche soll bis Mitte März fertiggestellt werden, Hof und Carport bis Ende März. Wenn die Witterung mitspielt, ist das Gebäude Anfang April bezugsfertig.
Barrierefreiheit durch Rollstuhl-Hebebühne
Im Juni 2025 hatte die Sanierung begonnen. Der Maßnahmenkatalog war lang: Alle Fenster und Türen des Altbaus wurden ausgetauscht und die Wärmedämmung auf das gesamte Gebäude erweitert. Wand- und Bodenbeläge wurden ebenfalls vollständig erneuert. Die Sanierung der sanitären Anlagen umfasste die Einrichtung einer behindertengerechten Toilette im Erdgeschoss.
Vom Hof aus soll das Jugendzentrum über eine Rollstuhl-Hebebühne mit der Eingangstreppe verbunden werden, um barrierefrei zugänglich zu sein. Um im Notfall das Gebäude verlassen zu können, erhalten alle Etagen auf der Westseite einen Zugang zu einer außenliegenden Nottreppe.
Im Außenbereich entstehen eine Grillecke, Spielmöglichkeiten und eine Fläche für überdachte Outdoor-Workshops. Das Areal der inzwischen abgerissenen Garage weicht einem Carport mit zwei Kfz-Stellplätzen. Eine Photovoltaik-Anlage soll Strom liefern und an der nördlichen Grundstücksgrenze können zwei weitere Fahrzeuge geparkt werden. Fahrradabstellplätze in der Nähe des Gebäudes sind ebenfalls vorgesehen.
100.000 Euro für weitere Räume im Dachgeschoss
Wie Baudezernent Peter Alexander erläuterte, habe man bei den Umbaumaßnahmen mit 940.000 Euro den Kostenrahmen eingehalten. Die nachträglich zusätzlich bewilligte Summe von 100.000 Euro für den Ausbau des Dachgeschosses sei sinnvoll investiert worden. Die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt inklusive Verwaltung werde nun zentral an einem Ort untergebracht und biete einen guten Austausch untereinander.
Andreas Ruck: „Jugend muss sichtbar sein“
„Die Jugend gehört in die Mitte und muss sichtbar sein“, freute sich Bürgermeister Andreas Ruck über das Festhalten am Standort in der Ludwigstraße. Die Kinder- und Jugendarbeit in Pohlheim habe „fünf Schritte nach vorn“ gemacht und könne sich weiterentwickeln. Auf politischer Ebene werde in Kürze ein nächster Schritt vollzogen mit dem sich konstituierenden Kinder- und Jugendbeirat. „In der Jugendarbeit setzen wir ein Ausrufezeichen.“
„Der Bedarf ist da. Wir haben viele Ideen und werden viel umsetzen“, versprach Streetworkerin Karina Scholl. Elke Leyrer vom Kinder- und Jugendbüro erwähnte mit Billard, Tisch-Kicker, Chill-Ecke und Küche einige der schon jetzt feststehenden Nutzungsmöglichkeiten. „Wir werden alle voneinander profitieren“, war sich Katrin Meißner sicher, die als pädagogische Kita-Fachkraft ein Büro bezieht. Auf der gleichen Etage ist die Gemeinwesenarbeit der ZAUG integriert. Frauke Kühn ist dafür zuständig und lobte die offene Atmosphäre in Pohlheim für dieses soziale Feld.