Stadt Pohlheim hat Grünflächenkonzept entwickelt – Verringerter Mährhythmus
Der Klimawandel macht auch vor Pohlheim nicht Halt. Mehr und andauernde Hitzeperioden in diesem Sommer können ein weiteres Zeichen dafür sein. Die Stadt Pohlheim will dieser Entwicklung umweltfreundlich entgegenwirken und hat ein Grünflächenkonzept entworfen.
Mit der naturnahen Gestaltung von Grünflächen soll die biologische Vielfalt gefördert und die Lebensqualität der Pohlheimer Bürgerschaft gesteigert werden. Das Grünflächenkonzept ist die Grundlage zur Umsetzung von Maßnahmen, für die maximal eine Fördersumme von rund 290.000 Euro zur Verfügung steht.
Im vergangenen Jahr hatte die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht für die Umgestaltung städtischer Grünflächen gegeben. Daraufhin startete der Bereich Klimaschutz der Stadtverwaltung mit dem Erstellen des Konzepts, das seit März 2026 schrittweise umgesetzt wird.
Durch die Verwendung heimischer Pflanzenarten werden Flächen wie Straßenbegleitgrün, Wiesen, Brachen, Spielplätze und Heckenstreifen nach Möglichkeit angepasst. Die Neupflanzung von Stadtbäumen erfolgt ausschließlich nach klimaresilienten Faktoren.
Einige Flächen werden bereits wesentlich weniger gemäht
In einem ersten Schritt wurden bereits Flächen identifiziert, die im Rahmen der Umgestaltung nicht mehr in einem konventionellen Mährhythmus bearbeitet werden. Anstatt jeden Quadratmeter bis zu 14-mal im Jahr zu bearbeiten, reduziert sich das Mähen auf zwei- bis dreimal jährlich, um so die Artenvielfalt auf der Fläche zu erhöhen.
Beispiele dafür sind zu sehen im Stadtteil Watzenborn-Steinberg im Bereich Leipziger Straße/Dresdner Straße an einem Weg Richtung Spielplatz, eine Fläche am Fortweg/Ecke Kantstraße oder am Pohlheimer Hallenbad die Grünflächen zwischen Schwimmbadstraße und Parkplatz.
Das Weniger-Mähen kann zunächst zu ungewohnten Bildern im Stadtbild führen, weil bislang kurzgehaltene Flächen jetzt höher wachsen. Diese Flächen sollen aber dazu beitragen, das Mikroklima kühler zu halten. Bei Niederschlag soll außerdem mehr Wasser im Boden verbleiben.
Eine sogenannte „Gehwegbefreiung“ wird hierbei stets berücksichtigt. Sie besagt, dass ein kleiner Streifen entlang von Gehwegen gemäht wird, damit die Wege durch Bewuchs nicht eingeengt werden.
Die Umstellung auf naturnahe Gestaltung erfolgt sukzessive. Das Team des städtischen Bauhofs erhält entsprechende Fortbildungen. Faktoren wie Verkehrssicherheit und Gehwegbefreiung werden in die Maßnahmen eingebunden.
Artenvielfalt erhöhen und Abkühlung erreichen
Klimaschutzmanager Tim-Jason Wurmbach hat das Grünflächenkonzept entwickelt und für Pohlheim eine potenzielle Gesamtfläche von rund 300.000 Quadratmetern errechnet, die in Frage käme. „Schrittweise führen wir Flächen einem Nutzen zu. Durch gezieltes Wachstum des Grünanteils wird die Artenvielfalt erhöht und zugleich eine Abkühlung erreicht.“
Bürgermeister Andreas Ruck freut sich, dass die Stadt Pohlheim einen effektiven und praktischen Beitrag zum Schutz vor dem Klimawandel leisten kann. „Wir stellen damit die Weichen für eine resiliente Gestaltung des öffentlichen Raums und bereiten uns damit neben weiteren Maßnahmen auf die Herausforderungen der Zukunft vor.“