Laub, Äste und Reisig bieten Rückzugsorte für die Stacheltiere

„Wer Igeln helfen möchte, kann direkt im eigenen Garten anfangen. Oft hilft es schon, der Natur etwas mehr Raum zu lassen“, erläutert Erster Kreisbeigeordneter und Naturschutzdezernent Christopher Lipp.

Laub, Äste und Reisig bieten Igeln Schutz und Nahrung zugleich und stellen einfache Rückzugsorte dar. Ein naturnaher Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein – gerade darin liegt sein Wert für kleinere Wildtiere.

Besonders in der Dämmerung sind Igel in Gärten unterwegs und suchen nach Insekten und Würmern. Im Herbst fressen sie sich Reserven für den Winterschlaf an. Sinken die Temperaturen dauerhaft, ziehen sie sich in geschützte Nester zurück. Laub- und Reisighaufen, Hecken und andere ungestörte Bereiche bieten ihnen dafür geeignete Rückzugsorte und können als Platz für den Winterschlaf dienen.

Bei der Gartenarbeit genau hinschauen

Einmal angelegte Winterquartiere sollten in der kalten Jahreszeit möglichst nicht mehr umgesetzt werden, denn darin können sich bereits Tiere versteckt haben. Auch bei anstehenden Gartenarbeiten lohnt sich ein genauer Blick: Unter Hecken, im Gebüsch sowie in Laub- und Reisighaufen können sich nämlich Igel verstecken.

Wer dort im Herbst oder auch im zeitigen Frühjahr arbeitet, sollte deshalb zunächst vorsichtig prüfen, ob sich ein Tier zurückgezogen hat. So lassen sich Verletzungen vermeiden. Weil Igel auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen sind, ist es sinnvoll, auf Spritzmittel zu verzichten.

Nicht jedes Wildtier braucht Hilfe

Wird ein Igel versehentlich aufgescheucht, braucht er nicht automatisch menschliche Hilfe. Wenn das Tier sich an einen anderen geschützten Ort zurückziehen kann, sucht es sich in der Regel selbst ein neues Versteck.

Auffällig kann es dagegen sein, wenn ein Igel ohne erkennbaren Grund tagsüber unterwegs ist – insbesondere im Winter bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke. Auch ein stark abgemagerter Körper, eingefallene Augen oder ein unsicherer Gang können darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt.

Wer ein verletztes oder offensichtlich geschwächtes Wildtier findet, sollte die Situation zunächst aus sicherer Entfernung beobachten und fachkundigen Rat einholen, bevor das Tier aufgenommen oder versorgt wird.

Weitere Informationen zum Verhalten bei verletzten Wildtieren bietet der Landkreis Gießen auf seiner Internetseite unter www.lkgi.de/artenschutz-und-vielfalt/