Erzieherinnen der Kita Pusteblume nahmen an Tagung für Fachkräfte teil

Wie lässt sich Demokratiebildung schon im frühen Kindesalter umsetzen? Mit diesem Thema setzten sich die Erzieherinnen Hannah Fenz und Angelina Velner von der Grüninger Kita Pusteblume auf einer Tagung in Frankfurt auseinander.

„Demokratiebildung von Anfang an: Frühkindliche Bildung als Kinderstube der Demokratie stärken“ lautete der Titel einer Veranstaltung, zu der das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales eingeladen hatte.

In Frankfurt diskutierten rund 100 Kita-Fachkräfte mit Fachleuten über frühe Demokratiebildung. Diese müsse schon in der Kita beginnen, war Sozialministerin Heike Hofmann in ihrem Grußwort überzeugt. Die Kleinsten sollten schon zeitig lernen, was Partizipation ist und wie Demokratie gelinge. Sie sollen sich einbringen und ihre Meinung äußern.

Publizist Michel Friedman setzt Impulse

Der bekannte Publizist Michel Friedman plädierte als Gastsprecher dafür, Kinder darin zu bestärken, Fragen zu stellen. Auch Gefühle zu äußern, Verhalten zu reflektieren und Dialog zu fördern, seien Voraussetzungen für Demokratie. In diesem Sinne bedeute Demokratiebildung, die Rechte von Kindern ernst zu nehmen und ihnen echte Beteiligung zu ermöglichen.

Verschiedene Ansätze für Demokratiebildung erörterten Ministerin Hofmann und Michel Friedman in einer Gesprächsrunde mit Expertinnen und Experten aus der Praxis sowie anschließend bei einem „Speed Dating“ an Gruppentischen mit den Tagungsteilnehmenden.

Wahlweise konnte aus drei Dialogthemen ausgewählt werden: Wie können Kinder aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden? Wie fördert man demokratische Werte wie Toleranz und Respekt im Umgang mit Konflikten? Welche praktischen Methoden eignen sich, um die Partizipation der Kinder zu stärken?

Streitkultur wichtig für Austausch

„Die Veranstaltung hat unterstrichen, dass wir als Erzieherinnen einen prägenden Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung haben. Ich achte mehr auf das, was ich sage“, resümiert Angelina Velner. Angesichts einer Vielzahl digitaler Medien seien zwischenmenschliche Kontakte von besonderer Bedeutung, um Gedanken miteinander zu teilen.

„Der Vortrag von Gastredner Michel Friedman hat mich angesprochen. Für ihn ist eine Streitkultur wichtig, um in einen Austausch zu kommen“, meinte Hannah Fenz. „Wir machen schon viel in der Kita und beziehen die Kinder mit ein.“ Im pädagogischen Alltag können die Kinder immer wieder an Entscheidungsprozessen mitwirken. Das fängt bereits bei der Abstimmung darüber an, was man gerne als Mittagessen hätte.

Einen positiven Akzent setzen die beiden Erzieherinnen und ihre Kolleginnen unter anderem durch das Projekt „Warme Dusche“, um das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken. Hierbei werden einzelne Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Andere Kinder dürfen ihnen sagen, was sie an ihnen mögen und schätzen.

Inspirationen für die Praxis holen

Kita-Leiterin Katja Clement unterstützt ihr Team, sich in Sachen Demokratiebildung durch Tagungen wie in Frankfurt Inspirationen für die Praxis zu holen. „Das ist ein sehr sensibles Thema. Aber wenn wir einen kleinen Beitrag leisten können, miteinander geordneter umzugehen, hat es sich gelohnt. Wir sind ein kleines Puzzleteil in einem großen Gefüge.“

Für 2027 hat sich die Kita Pusteblume bereits eine weitere Fortbildungsmaßnahme gesichert. Mit Sylvia Löffler kommt eine Expertin für Kinderrechte und Partizipation nach Grüningen. Als Multiplikatorin vermittelt sie, wie diese Aspekte in Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden können.