Zweimonatiges Sportprojekt stieß auf große Resonanz

Feuer und Flamme sind die Teilnehmerinnen der vor zwei Monaten gestarteten Frauensport-Gruppe „Power Ladies“. Nach dem vorerst letzten Treffen ist schon eine Fortsetzung in Sicht.

Sie sind zwischen 44 und 79. Doch wenn sie sich durch den kleinen Saal der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg bewegen, ist von einem Altersunterschied kaum etwas zu spüren. Zwischen acht und zwölf Frauen – alle bunt zusammengewürfelt – haben es „getan“: runter vom Sofa, rein in die Sportklamotten. Und dann eine Stunde pro Woche gemeinschaftlich die Fitness trainiert. Ohne Leistungsdruck, versteht sich. Jede der Frauen so, wie es ihre körperliche Konstitution zulässt. Jetzt sind die acht Übungseinheiten vorbei: Projektende - aber mit Perspektive auf einen dauerhaften Kurs.

Pohlheimer Sportvereine stellten Übungsleiterinnen

„Es freut uns total, dass dieser spezielle Sportkurs so eingeschlagen ist und so viele Frauen kontinuierlich dabei waren und weitermachen möchten“, zog Karina Scholl eine erfolgreiche Bilanz. Als Sportcoach der Stadt Pohlheim hatte sie gemeinsam mit Frauke Kühn, zuständig für die Gemeinwesenarbeit in Pohlheim, das Projekt aus der Taufe gehoben und auch im Zweierteam koordiniert. Durch Fördermittel aus dem Landesprogramm „Sport integriert Hessen“ konnte der Kurs zu einer äußerst günstigen Gebühr angeboten werden.

Den Teilnehmerinnen hat’s gefallen, denn bei einer Spontanbefragung ergaben sich durchweg positive Reaktionen. Lydia fand den Kurs sehr abwechslungsreich, da für die Sportstunden im Wechsel Übungsleiterinnen aus vier Pohlheimer Sportvereinen zur Verfügung standen. „Jetzt habe ich auch eine gute Orientierung, was mir liegt“, freute sie sich darüber, im Ruhestand mal wieder „in Bewegung gekommen“ zu sein.

„Aus der Komfortzone herausgewagt“

Beate war mit 44 die Jüngste in der Gruppe und bezeichnet sich selbst als typische „Couchpotato“. Sie habe sich aus ihrer Komfortzone herausgewagt. Nach den zwei Monaten sportlicher Aktion verspürt sie sogar eine körperliche Verbesserung. „Mein Knie tut fast gar nicht mehr weh“, stellt sie fest und verteilt ein Sonderlob an die Übungsleiterinnen: „Die waren 1A!“ Jetzt will sie unbedingt im Kurs bleiben und hofft, dass auch andere der „tollen Truppe“ Lust auf eine Fortsetzung haben.

Von einer Freundin inspiriert, nahm Erika an dem wöchentlichen Bewegungstraining teil. „Das war rein zufällig, aber es hat mich sehr angesprochen“, sagt die 79-Jährige. Neben der Vielfalt der Übungen hebt sie vor allem das Kennenlernen und den Kontakt zu den anderen Teilnehmerinnen als positive Nebeneffekte hervor.

„Ihr wart hier wie eine kleine Sportfamilie“, verabschiedeten Gemeinwesen-Koordinatorin Frauke Kühn und Sportcoach Karina Scholl die Gruppe in die Sommerpause. „Es freut uns, dass ihr so verbindlich wart und es geht zu 99,9 Prozent weiter“, konnten sie bereits zusichern. Denn zwischenzeitlich liefen schon Gespräche, dass das Projekt in einem „normalen“ Sportkurs auf Vereinsebene fortgesetzt werden kann. Unabhängig davon wollen die beiden Initiatorinnen im kommenden Jahr möglicherweise wieder ein solches Bewegungsangebot an den Start bringen.