Weltstillwoche setzt sichtbare Zeichen
Die Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober steht unter dem Motto "Stillen. Deine Superkraft.". Auch im Landkreis Gießen sind verschiedene Aktionen angesetzt, um die besonderen Fähigkeiten des weiblichen Körpers in den Blick zu rücken.
Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Babys an. Stillen fördert die Gesundheit von Mutter und Kind und schafft Nähe. Doch eine „Superkraft“ muss niemand allein entfalten. Genau das ist eine weitere Botschaft der Weltstillwoche.
Stillen soll nicht mit Erwartungen oder Leistungsdruck verbunden sein. Mütter sollen vielmehr selbstbestimmt entscheiden können, ob und wie lange sie stillen möchten. Verlässliche Informationen, fachkundige Beratung und ein unterstützendes Umfeld helfen ihnen dabei – die Familie ebenso wie Fachkräfte, Kliniken, Beratungsstellen oder andere Orte des täglichen Lebens.
Erfahrungsaustausch beim Fachtag in Wieseck
Wie können Familien beim Stillen von Säuglingen gut unterstützt werden und was braucht es, damit stillende Mütter sich auch außerhalb der eigenen vier Wände willkommen fühlen? Um diese Fragen ging es beispielsweise beim Fachtag „Stillen fördern. Eine gemeinsame Sache“ im Bürgerhaus Gießen-Wieseck. Der Landkreis Gießen hatte dort Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zusammengebracht. Sie tauschten Erfahrungen aus, knüpften Kontakte und entwickelten Ideen für gute Stillbedingungen vor Ort.
Wie vielfältig solche Unterstützung aussehen kann, zeigt sich während der Weltstillwoche auch im Landkreis Gießen. Bei der Fachtagung feierte eine neue Wanderausstellung mit beeindruckenden Bildern und vielen Informationen rund ums Stillen ihre Premiere. Demnächst bringt die Ausstellung das Thema Stillen an unterschiedliche Orte. Erste Station ist das Krankenhaus in Lich.
Landkreis bietet zusätzliche Informationen online an
Auch digital gibt es Neues: Der Landkreis hat seinen Internetauftritt rund um Schwangerschaft und Geburt überarbeitet. Unter www.lkgi.de/schwangerschaft-und-geburt/ finden Schwangere, Eltern und Interessierte gebündelte Informationen und Anlaufstellen. So wird es leichter, sich frühzeitig zu informieren und bei Bedarf Unterstützung zu finden.
Gleichzeitig ging das Thema in der Weltstillwoche hinaus auf die Straße: Die private Initiative „Ich still wo ich will“ war im Gießener Seltersweg. Die Initiatorinnen aus Gießen hatten im Vorfeld zu einem Foto-Shooting von Stillenden im öffentlichen Raum aufgerufen. Sie wollten zeigen: Stillen gehört zum Alltag – und damit auch dorthin, wo Menschen unterwegs sind.
Programm „Stillfreundliche Orte“ wächst weiter
Dass dafür manchmal schon eine offene Tür und ein herzliches Willkommen viel bewirken können, zeigt das Landkreis-Programm „Stillfreundliche Orte“, mit dem Läden und Einrichtungen deutlich machen können, dass Mütter mit ihren Kinder willkommen sind. Eine Plakette an der Tür lädt zum Stillen ein. In Lich wurde eine Bäckerei als „Stillfreundlicher Ort“ ausgezeichnet, als zeitgleich die Still-Gruppe der Licher Asklepios-Klinik zu Gast war und dort zum Frühstück eingeladen wurde.