Bauhof kümmert sich um Bewässerung von 165 Standorten

93 Standorte allein in Watzenborn-Steinberg und 165 im gesamten Pohlheimer Stadtgebiet: So viel städtisches Grün wird in der Gießperiode zwischen April und Ende Oktober vom Bauhof mit Wasser versorgt.

Es ist noch früh am Morgen, wenn Simone Geyer in ihren Allradtransporter steigt. Auf dem Beifahrersitz liegt ein Bewässerungsplan. Dort ist akribisch aufgelistet, welche Grünanlagen und Baumbestände in den sechs Pohlheimer Stadtteilen anzusteuern sind. Es finden sich Angaben zu Standort, Anzahl und Art der Gewächse sowie Pflanzjahr.

Im Frontbereich des Nutzfahrzeuges ist ein hydraulisch bewegbarer Gießarm angebracht, der sich vom Innenraum aus beliebig steuern lässt: nach oben, nach vorne und nach der Seite. Der Kopf des Gießarms kann ebenfalls geschwenkt werden – je nach gewünschter Positionierung.

Per Fernsteuerung Wasserstrahl justieren

Und so sitzt Simone Geyer am Steuer und kann ohne auszusteigen per Knopfdruck genau justieren, wohin der Wasserstrahl aus der „Dusche“ hingehen soll. Am Display in der Fahrerkabine lässt sich sogar eingegeben, mit wieviel Druck der Strahl aus der Düse kommt oder wie lange bewässert werden soll. In diesem Fall sind es Sträucher und Büsche auf dem Parkplatz der Stadtverwaltung, die wie jedes andere Stadtgrün bei entsprechender Trockenheit mindestens einmal pro Woche ihre Ration Wasser erhalten.

Die Tanks auf der Ladefläche des Transporters fassen ein Gesamtvolumen von 2.800 bis 3.000 Litern und werden täglich vier bis fünf Mal gefüllt. Aber nicht mit Leitungswasser, wie es früher üblich war, sondern aus einem städtischen Wasserhochbehälter, der noch Wasser aus einem Tiefbrunnen in der Gemarkung liefert. So muss nicht auf das Trinkwassernetz zugegriffen werden, was letztlich auch Kosten spart. In der Entnahmestelle befindet sich ein Schlauch, mit dem das Wasser aus dem Hochbehälter direkt in die Tanks des Fahrzeugs befördert wird.

Sind die Behältnisse gefüllt, setzt Simone Geyer ihre Tagestour fort. Und falls sie in die südlichen Stadtteile fährt, muss sie nicht unbedingt zum Hochbehälter zurück, sondern kann auch in der Kläranlage in Holzheim „nachtanken“, weil es dort ebenfalls einen Tiefbrunnen gibt.

Nutzfahrzeug variabel einsetzbar

„Einer der Tanks kann sogar auf bis zu 110 Grad erwärmt werden“, erläutert die Bauhof-Mitarbeiterin und schließt eine Seitenabdeckung auf, wo sich ein Thermostat befindet. Ob Unkrautvernichtung, das Säubern von Bänken und Spielgeräten – das Fahrzeug ist für verschiedenste Arbeiten mit Hochdruck- und Niederdruckreinigung ausgestattet.

Geht es auf die kältere Jahreszeit zu, kann das Fahrzeug für den Winterdienst umgerüstet werden. Statt bewässert wird dann Schnee geräumt und bei Gefahr von Glätte gestreut. Doch bis es so weit ist, dauert es noch einige Monate. Simone Geyer wird erst einmal noch längere Zeit dafür sorgen, dass das städtische Grün den Sommer mit seinen extremen Hitzewellen unbeschadet übersteht.