Externes Unternehmen wertet Abfälle aus - Stichproben auch in Pohlheim 

Grünschnitt, Wertstoffe, Lacke und sogar asbesthaltiges Material: In den Restmülltonnen im Landkreis landet noch einiges, was dort nicht hingehört.

Eine Restabfall-Analyse soll zeigen, woraus der Restabfall im Kreisgebiet besteht und wo es bei der Mülltrennung Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Der Eigenbetrieb Kreislaufwirtschaft des Landkreises Gießen (EKW) hat für diese Aufgabe ein externes Unternehmen beauftragt.

In ausgewählten Kommunen wurden stichprobenartig Abfälle aus den Restmülltonnen entnommen, sortiert, gewogen und ausgewertet. Untersucht werden unterschiedliche Siedlungsstrukturen in Lich, Hungen und Pohlheim. Reiner Gewerbemüll ist nicht Gegenstand der Untersuchung.

Bessere Mülltrennung schont Ressourcen

„Der erste Eindruck zeigt, dass wir bei der Aufklärung über die richtige Mülltrennung noch besser werden können. Denn vieles, was im Restmüll landet, kann sinnvoll verwertet oder über einen anderen Entsorgungsweg sicher entsorgt werden“, sagt Umweltdezernent Christian Zuckermann. „Eine konsequente Mülltrennung schont Ressourcen, schützt die Umwelt und hilft gleichzeitig, die Kosten der Abfallentsorgung so niedrig wie möglich zu halten.“

Die Analyse soll nicht nur sogenannte Fehlwürfe sichtbar machen. Die erhobenen Daten dienen auch als Grundlage für die weitere Planung der Abfallwirtschaft und für zukünftige Prognosen. Neben der Zusammensetzung des Restabfalls werden unter anderem Einwohnerzahlen und die Standzeit der jeweiligen Abfallbehälter berücksichtigt.

„Wir wollen mit der Analyse eine belastbare Datengrundlage schaffen. Nur wenn wir wissen, wie sich der Restabfall im Kreis tatsächlich zusammensetzt, können wir unsere Maßnahmen entsprechend planen“, erklärt EKW-Betriebsleiter Vassilios Papadakis.

Schadstoffe und Grünschnitt gehören nicht in den Restabfall

Schon die ersten Stichproben offenbaren, dass Abfälle nicht immer über den richtigen Weg entsorgt werden. Gefunden wurden unter anderem Grünschnitt, recyclingfähige Wertstoffe sowie Eimer mit Harzen und Lacken. Letztere sind über die Schadstoffsammlung zu entsorgen.

Besonders problematisch war der Fund von asbesthaltigem Material. Asbestfasern stellen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar, wenn sie freigesetzt und eingeatmet werden. Deshalb darf der früher oft eingesetzte Werkstoff keinesfalls über den normalen Hausmüll entsorgt werden.

„Bei der Mülltrennung kommt es nicht nur darauf an, recyclingfähiges Material aus dem Restabfall herauszuhalten. Für bestimmte Abfälle gibt es eigene und sichere Entsorgungswege“, sagt Alexandra Rinn, Sachgebietsleiterin Wertstoffmanagement im EKW. „Gerade bei Schadstoffen oder gefährlichen Materialien ist es wichtig, sich vorher zu informieren.“

Im Landkreis Gießen können pro Haushalt und Jahr zwei Kofferraumladungen (0,5 Kubikmeter) Asbestzement, Mineralwolle, Dachpappe, Grünschnitt, Bauschutt und Sperrmüll kostenlos am Abfallwirtschaftszentrum in der Lahnstraße abgegeben werden.

Landkreis informiert über richtige Entsorgung

Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Gießen haben verschiedene Möglichkeiten, die korrekten Entsorgungsmöglichkeiten in Erfahrung zu bringen. Dazu gibt es beispielsweise das Abfall-ABC auf der Internetseite des Landkreises und die Abfall-App.

Weitere Informationen unter www.lkgi.de/kalender-app-und-abfall-abc